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Zur Eröffnung der Ausstellung „Babylons Schatten III“, am 4. August 2011 im Pasinger Fabrik, München
….. Die Ölfarbe wird gemischt und gemischt – oft zwei Stunden mischt die Künstlerin Farben. Und dann wird es sozusagen eine Malaktion, wo sie aus sich selbst heraus diese Leinwand bearbeitet, oft gar nicht wissend, worauf es hinaus soll oder wohin es gehen soll, sondern sie versucht mit dieser Aktion –Pollock nannte die Leinwand mal eine Arena - sich selbst so auszudrücken, dass die Emotion, die sie selbst in sich trägt – ihre Farbvorstellungen, ihre Formvorstellungen – nachher auch von dem Bilde kommen. Und das werden Sie werden feststellen, dass sie Bilder sehen, die zunächst eine abstrakte Sprachlichkeit haben, wo sie auch wirklich meinen, Gegenstände erkennen zu können. Diese Malerei ist viel ambivalenter, als wir es von der ersten Generation der Abstrakten kennen. Und dann werden Sie einige Dinge erkennen - ob es ein Möbel ist, eine Tasse - : das kann es sein, das muss es aber nicht sein. Und dann werden Sie feststellen, dass die sogenannte Lüge der Malerei, also weg von der Perspektive, von der wissenschaftlichen Perspektive – damals gab´s das Problem auch schon in der Renaissance, wie man, sozusagen, die neuen wilden Ansichten wissenschaftlich darstellen kann, das in diesen Bildern sehr wohl Vorder- und Hintergrund da sind und man könnte diese Bilder vom Boden nehmen, man könnte sie an die Decke hängen, dann hätte man sozusagen einen Tiepolo-Effekt. Und dann wird man feststellen, dass diese Himmel, die sich in diesen Bildern öffnen, diese abstrakten Setzung plötzlich ikonographisch unglaublich aufladen, weil wir von den barocken Bildern gewohnt sind – besser von der barock-expressive Handschrift in diesen Bildern– dass sie natürlich immer noch etwas darstellen: einen Gott, einen Heiligen, einen Anbetenden. Und versuchen Sie das Spiel mal, diese Bilder so ernst zu nehmen, sie sich nach oben gerichtet vorzustellen, um dann zu sehen, dass die Farbschichten, dass die Farbformungen plötzlich anfangen, durchaus etwas Narratives in das Bild zu bringen, so als ob die Malerin etwas darstellen möchte, etwas erzählen möchte. Dieses narrative Element ist für mich ganz entscheidend in diesen Arbeiten: sie ziehen sich eben nicht zurück und verweigern den Kontakt zum Publikum und sagen: ich bin ich, nach der berühmten Formel: wenn du malst, vergiss alles was außerhalb von dir ist und wenn es in das Bild eindringt, dann ist das Bild schon von des Gedankens Blässe angekränkelt. So ist es der Versuch, ganz ehrlich mit sich selbst umzugehen und das Eigene auf eine Leinwand zu übertragen, die dann wieder die Möglichkeit hat mit ihren Energien, mit ihren Reaktionsfeldern den Betrachter dorthin einzubeziehen. Natürlich ohne den didaktischen Zeigefinger, ohne ex cathedra zu formulieren wissend….
Dieter Ronte
Zur Ausstellung in der Galerie Exner, April 2011
"…Wer mit Musil Malsteller von Malern unterscheidet, wird Joanna Gleich ohne Zögern zur zweiten Kategorie zählen. Sie ist Malerin, Punkt. Sie malt aus sich heraus, ohne sich um Trendigkeit zu bemühen oder sich mit etwaigen Zeitgeistern auseinanderzusetzen. Ihre Kompositionen bestehen aus kraftvoll gesetzten Farbzügen, dynamische Pinselstriche, an denen die Spontaneität des malerischen Prozesses zum Ausdruck kommt. Sie inszenieren eine lebendige Räumlichkeit, die vereinnahmt, Explosivität und Ruhe zugleich vermittelt. Für Joanna Gleich ist es ein Dialog mit der Kunst, ein Dialog mit der Freiheit. Die Künstlerin lässt sich nicht festlegen oder in eine Richtung drängen. Das Malen selbst ist Thema ihrer Malerei. Ganz ohne diese von außen aufzuladen. Ohne Titel überzustülpen. Empfinden ausgedrückt in Farbe. Verdichteter Raum. Farbereignisse im Moment des Betrachtens. Bilder, die auftauchen, sich wieder auflösen. Es gibt nicht viel zu sagen, nur zu sehen.
Was ist ein Bild, wenn es nichts festhalten will? – Vielleicht hält es gerade dadurch ein Geheimnis fest. "
Elvira Gross, Artmagazine, April 2011
Zur Eröffnung der Ausstellung in der Kanzlei Agitas am 20. Nov. 2008
……Was macht nun dieses Faszinosum aus, dem sich keiner beim Betrachten der Bilder entziehen kann? Wir entdecken mehrere Paradoxe: die vordergründig uns anspringenden, oft heftigen, primärfarbenen Flächen und Flächenstücke ziehen uns zugleich in die Tiefe des Hintergrunds; die leichte, rokokohafte Luftigkeit der Bilder ist auf schweren, mächtigen Farbelementen aufgebaut; die offensichtlich konservative Farbkomposition ist oft ein Feld, auf dem unmöglichen Konstellationen und Kontexte der Farben geradezu avantgardistisch ausprobiert werden.
Des weiteren besteht die Frische, dieser bildnerischen Geniestreiche der Malerin darin, dass die Farben lange vorher im Kopf, in der Fantasie so vorgestellt und dann stundenlang gemischt werden in vielen Töpfen, wie sie dann exakt und oft in einem Zug produziert werden – also geradezu, wie im amerikanischen Actionpainting blitzschnell auf die Leinwand oder das Papier gebracht werden. Und wir entdecken noch ein Paradox: die polnisch-stämmige Künstlerin, von der polnischen Düsternis und Schwermütigkeit zu erwarten wäre, malt in heitersten, weltzugewandten Farben und mit beträchtlichem Humor.
So zaubern kleine, gegenständliche Details, wie ein Stück Architektur -hier die Danae-Goldstücke als einziges figuratives Zitat, dort Paraphrasen zu Rissen in einem Fresko oder eine Trompete, die laut Künstlerin mit einem einzigen Pinselstrich gemalt wurde, die Licht- Farben- und Architektur- Versatzstücke-Welt eines Giambattista Tiepolo herbei, der sie halb schelmisch, halb hochachtungsvoll entnommen sind.
Die Fresken und Gemälde Tiepolos halten die Malerin im Bann, seit sie ihre Affinität zu diesem Barock- und Rokkokogenie des Lichtes und der Farbe für sich in Venedig, Vincenca und Würzburg herausgefunden hat. Tatsächlich gibt es wohl keinen Maler nach Tiepolo der sein Farb- und Formenprogramm, dieses Sich-Abheben der Malerei von der Architektur in abstrakte und eigenständige Kommentierungen so adäquat umzusetzen wusste. So entstand ein atemberaubender Zyklus von 22 meist großformatigen Arbeiten, von dem auch in dieser Ausstellung 7 Werke zu sehen sind und weitere, die sich dem Einfluss des Studiums von Tiepolos Kunst verschrieben haben. ……
Elmar Zorn
Zur Ausstellung in der Karmeliterkirche, Wiener Neustadt
Was bei Joanna Gleich entsteht - und das unterscheidet ihr Werk von vielen anderen Malerei-Werken unserer Zeit, deren Bilder uns täglich überfluten, kann auf folgenden Nenner gebracht werden: die Ausstrahlung ihrer Bilder ist eine ganz und gar zauberische. Um aber die Methode ihrer magischen Malakte zu erfassen, brauchen wir nicht lange zu suchen. Wir haben es mit einem Jahrzehnte andauernden handwerklichen Training und entsprechender Beherrschung des Metiers zu tun, das die Künstlerin sich in den Kunstschulen bzw. Kunsthochschulen in Polen, Wien, Salzburg, Lienz und New York beigebracht hat, aber auch weiter gab als Lehrerin. Talent vorausgesetzt - und zweifellos verfügt Joanna Gleich über ein außergewöhnliches Talent - hat sie es in ihrem künstlerischen Werdegang zu einer Meisterschaft gebracht, die ihre Werke in einem Atemzug mit den Malern der 50-er Jahre Franz Kline, Jean Miotte und Pierres Soulages zu nennen ich nicht zögere.
Elmar Zorn, Jänner 2007
Zur Ausstellung im Haus Wittgestein in Wien
Die Malerin Joanna Gleich geht stets von Gesehenem aus und arbeitet so an der Verwirklichung ihrer Vorstellung, einer doppelten Tiefe in der Malerei, der Tiefe des Raumes auf der Leinwand in der Überlagerung und Überschichtung der Farben und der Tiefe der persönlichen Empfindung.
Ulrich Gansert, "BravDa", 5/6 2005
Joanna Gleich: Abstraktion as a Form of Seduktion.
"Mark Rothko while speaking about abstraction emphasized that the artist either simplifies or exaggerates it. This exaggeration that can be paralleled to "an explosion of energy" is in Joanna Gleich´s works captured by the complex power of the brush strokes that have to be inscribed over and over again. Upon this act of re-inscription, while making an abstract painting, insisted as well Andrew Benjamin in his book What is Abstraction? (1995). In order to establish an interpretation of Gleich´s impressive and suggestive number of paintings, it is necessary to answer as well to the question Why Abstraction? - in the time that seems captured by figurative and mimetic images. I can try to answer in an elliptical way, making reference to A. Benjamin: "rather in having to uncover plurality, it is the desire for complexity that needs to be acted out" here. This complexity is possible to be seen in Joanna Gleich´s works as intensity of colors and materiality that is intrinsically connected with the corporeality of Gleich´s gesture. Or, being even more explicit: "What comes to be held in place is allowing for a certain threat; holding to a form of seduction; a holding yielding an engagement, even another passion." (A. Benjamin)...
Marina Grzinic, Katalog, Oktober 2004
"In einer zweiten Schaffensperiode, die unterschiedlich farbige Streifen in serieller Anordnung zum Inhalt haben, verfolgt die Künstlerin eine räumlich gesetzte Farbbewegung in einer suggestiven Lebendigkeit."
Franz Brugner, Kleine Zeitung", 29 November 2003
Zur Ausstellung in der Galerie Leonhard Graz
"...Ihre meist großformatigen Bilder sind leuchtend und farbkräftig, ohne penetrant und bunt zu sein, alle Farben der Palette nutzend, wirken ihre Kombinationen wohlüberlegt. Auch die wenig konturierten Flächen sind bei aller Ungezügeltheit gekonnt und gezielt nebeneinander gesetzt, die Bildkompositionen haben eine suggestive Kraft ohne jeden Manierismus."
Eva Schulz, "Kleine Zeitung", 4 Juni 2002
Zur Ausstellung im Gallus Zentrum, Frankfurt/Main
"...Weitaus mehr Ruhe strahlen die zwei Heuschober-Bilder einer insgesamt 26-teiligen, ein Jahr zuvor entstandenen Serie nach Monet-Motiven aus. Die Künstlerin nahm dessen atmosphärisch dichte Heuschober-Bilder zum Ausgangpunkt. Entstanden sind verblüffend autonome Farb- und Formwelten. Sie beweisen, dass Joanna Gleich mittels ihrer kraftvollen Malweise und der bis ins Letzte reflektierten, jeweils sehr unterschiedlichen Farbgebung in jedem der Bilder eine gänzlich andere faszinierende Stimmung einfangen kann..."
Annette Wollehaupt, "Frankfurter Rundschau", 23 November 2000
Zur Ausstellung in der Galerie "Krzysztofory", Krakow
"Bei der Vernissage anwesenden Gastgeber der Galerie Krzysztofory, Mitglieder der "Krakauer Gruppe", meinten, dass es seit langen hier nicht so optimistische Malerei gegeben hat."
"Dziennik Polski", 12 Oktober 1999
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"Große, das Auge anziehenden Leinwände, die ein Ausdruck der koloristischen Faszinationen und der Suche der Autorin sind,. strahlen von in ihnen gebannten Energie und Harmonie, die nicht frei von erotischen Anspielungen ist. Sie besitzen die Tiefe, Perspektive und innere Dynamik."
Maria Ziemianin, "Gazeta Krakowska", 19 Oktober 1999
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"Große, das Auge anziehenden Leinwände, die ein Ausdruck der koloristischen Faszinationen und der Suche der Autorin sind,. strahlen von in ihnen gebannten Energie und Harmonie, die nicht frei von erotischen Anspielungen ist. Sie besitzen die Tiefe, Perspektive und innere Dynamik."
Maria Ziemianin, "Gazeta Krakowska", 19 Oktober 1999
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"...Heute ist Joanna Gleich eine rassige Malerin, die abseits von jeglichen Kunstmanifesten laut ihre Sprache spricht.."
Joanna Janas, Katalog 1999
Zur Ausstellung im Kunstforum, Klagenfurt
"Malerischeste Erscheinung des diesjährigen Bauholding Preises"
"Joanna Gleich muss als sie selbst angeschaut werden, als Frau, die gute Bilder malen kann."
Bernd Czechner, "Kleine Zeitung", 28 April 1998
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"Profi. Der Titel umschreibt bereits treffend das Schaffen der gebürtigen Polin Joanna Gleich. Mit ihren harmonisch kraftvollen Farbexplosionen gibt sie den Galerieräumen des Bauholding Kunstforums ein völlig neues Spektrum."
"Kärntner Woche", April 1998
"...Farben und ihre Mischungen, Abtönungen schaffen in den Bildern von Joanna Gleich ein lyrisch-dramatisches Farbentheater, aber als absolute Bilderwelten."
Dr. Dieter Schrage, Katalog 1992
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